Karl Polanyi (1886 – 1964)

Eine Kurzbiographie

Karl Polanyi wurde am 21. Oktober 1886 in Wien geboren. Er starb am 23. April 1964 in Pickering, Ontario. Er war der Sohn eines ungarischen Ingenieurs und Unternehmers, Michael Pollacsek, und einer russischen Mutter, Cecile Wohl, die eine bekannte Persönlichkeit in Ungarns intellektuellen Zirkeln war. Karl Polanyi studierte an den Universitäten Budapest und Kolozsvár und erwarb 1909 einen Doktortitel in Rechtswissenschaften. An der Universität nahm er 1908 an der Gründung des liberalen Galilei-Kreises teil und war der erste Präsident dieser ungarischen Kulturbewegung radikaler Studenten.

Während des Ersten Weltkriegs diente er von 1915 an als Offizier in einem Kavallerieregiment der österreichisch-ungarischen Armee an der russischen Front, bis er 1917 schwer verletzt wurde. 1919, nach dem Sturz der Republik, übersiedelte er nach Wien. Von 1924 bis 1933 war Karl Polanyi Redakteur bei „Der Österreichische Volkswirt“, einer führenden Wirtschaftsund Finanzzeitung Mitteleuropas. Im Jahr 1933 zwang ihn der Aufstieg des Faschismus zum Rücktritt und er emigrierte nach London.

Im Jahr 1935 erhielt Karl Polanyi ein Angebot des International Institute of Education für eine Vortragsreihe an US-amerikanischen Universitäten. 1940 nahm er eine Stelle am Bennington College in Vermont an, wo er Die Große Transformation 1944 fertigstellte.

Im Jahr 1947 wurde Karl Polanyi Gastprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Columbia University, New York. Bis zur Pensionierung 1953 hielt er Vorlesungen über Wirtschaftsgeschichte, insbesondere zu den „Ursprüngen wirtschaftlicher Institutionen“, und beschäftige sich vermehrt mit anthropologischen Themen.

„Wenn man den Marktmechanismus als ausschließlichen Lenker des Schicksals der Menschen und ihrer natürlichen Umwelt (...) zuließe, dann würde dies zur Zerstörung der Gesellschaft führen.“ (Karl Polanyi)

Über das Karl Polanyi Institut für Politische Ökonomie (Concordia University, Montreal, Kanada)

Das Karl Polanyi Institut für Politische Ökonomie ist eine internationale Forschungsplattform, die 1988 an der Concordia Universität gegründet wurde. Das Herzstück des Instituts ist das Karl Polanyi Archiv. Diese umfangreiche Materialsammlung enthält unveröffentlichte Texte, Entwürfe von Manuskripten (veröffentlicht und unveröffentlicht), Vorlesungsnotizen und -entwürfe, veröffentlichte Artikel, Korrespondenz mit wichtigen europäischen und nordamerikanischen Intellektuellen und politischen Persönlichkeiten, von denen einige ehemalige StudentInnen Karl Polanyis waren, sowie Erinnerungsstücke.

 

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